Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

 

gestern

Die Baptisten- und Brüdergemeinden, die sich im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zusammengeschlossen haben, gehören zu den so genannten historischen Freikirchen. Sie verstehen sich als evangelisch, weil sie sich den Grundlagen der Reformation verpflichtet wissen und für sie die Bibel die entscheidende Quelle des Glaubens an Jesus Christus und Grundlage des praktischen Lebens ist. Sie definieren sich als freikirchlich, weil es keinerlei Bindung an die staatlichen Strukturen gibt, wie es in den Landeskirchen durch die Kirchensteuer üblich ist. Sie praktizieren die Taufe der Glaubenden (andere Begriffe sind Bekenntnistaufe, Mündigentaufe) und bilden Gemeinden nach dem Vorbild des Neuen Testaments. Die geschichtlichen Wurzeln der Baptisten liegen in der Täuferbewegung des 16. und 17. Jahrhunderts, zuletzt in Holland und England. Wegen Verfolgung durch die geistliche und weltliche Obrigkeit wurden die taufgesinnten Christen zur Ausreise nach Amerika gedrängt, wo sie die Praxis ihres Glaubens ohne Einschränkungen leben konnten. Die erste Baptistengemeinde auf deutschem Boden entstand 1834, als sich der Kaufmann Johann Gerhard Oncken mit sechs Anhängern in Hamburg in der Elbe von einem baptistischen Theologen aus den USA taufen ließ. Von Hamburg aus breitete sich die Bewegung über ganz Europa aus.

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (BEFG) besteht überwiegend aus Baptistengemeinden. Etwa zehn Prozent sind Brüdergemeinden, die als besonderes Kennzeichen ihrer geistlichen Tradition jeden Sonntag Abendmahl feiern. Beide Traditionen schlossen sich 1942 zum Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zusammen. Hinzu kommen etwa ein Prozent Mitglieder aus Gemeinden der Evangeliumschristen-Baptisten, die als Spätaussiedler aus den Ländern der ehemaligen GUS-Staaten nach Deutschland gekommen sind.

 

heute

Als Ausdruck innerer Zusammengehörigkeit bilden die an sich höchst selbstständigen Gemeinden einen Verband, den Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG), der sich als ein den Gemeinden dienendes Instrument versteht und überregionale Aufgaben wahrnimmt. Das heißt, der Bund ist streng kongregationalistisch verfasst. Die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden sind dem Bund gegenüber eigenständig. Regional ist der Bund in 13 Vereinigungen gegliedert. Oberstes Organ ist der Bundesrat, die Abgeordnetenversammlung aller Bundesgemeinden. Gegenwärtig sind etwa 85.000 Mitglieder im Bund beheimatet, in 851 Gemeinden. Europaweit gibt es etwa 750.000, weltweit  rund 44,4 Millionen Baptisten. Auch wenn die Baptisten in Deutschland eine eher kleine Kirche bilden, sind sie weltweit eine der größten christlichen Kirchen. Daher weisen die Baptisten auch einen großen inneren Pluralismus auf. Oft werden sie mit der politischen Rechten in den Vereinigten Staaten identifiziert und mit dem Etikett "evangelikal" versehen. Die Baptisten in Deutschland ordnen sich selbst nur eingeschränkt darin ein. Mit den politisierenden Strömungen, wie sie in den USA zu erkennen sind, haben die Baptisten in Deutschland nichts zu tun.

Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden gehört zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (1948). Der Bund arbeitet mit der Evangelischen Allianz und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) zusammen. Der BEFG ist Mitglied in der KEK und fühlt sich den Kirchen der Reformation, vor allem der Täuferbewegung des 16. Jahrhunderts, verbunden. Der Bund gehört der AcK Bayern sowie etlichen lokalen AcKs in bayerischen Städten an.

 

kontakt

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten)
Vereinigung Bayern
Büro des Landesverbandes:
Rubensstr. 33
90453 Nürnberg
Tel. 0911/6383262
Internet: www.befg-bayern.de & www.baptisten.org

 

 

Sakramente Es gibt Taufe und Abendmahl, jedoch nicht als Sakramente im Sinne eines wirksamen Zeichens und der Lehre anderer Kirchen. Auch die Taufe, auf die die Täufertradition so viel Wert legt, gilt nicht als Sakrament, sondern als öffentlicher Bekenntnisakt zu Jesus Christus vor der sichtbaren und der unsichtbaren Welt.
Taufe Erwachsenen- bzw. Bekenntnistaufe, Glaubenden- oder Mündigentaufe. Taufen aus anderen Kirchen werden nicht immer als gültig anerkannt, vor allem, wenn es sich um Säuglingstaufen handelt.
Amt Es gibt Pastoren, Prediger. Pastoren können verheiratet sein. Männer und Frauen können ordiniert werden.  
Feste Gregorianischer Kalender. Weihnachten am 25. Dezember.

Ostern beweglich, am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, Himmelfahrt und Pfingsten entsprechend.
 
Struktur Kongregationalistische Verfassung der Kirche, das heißt, dass die Gemeinden selbstständig sind. Ein Pastor oder eine Pastorin leitet die Gemeinde und wird von einem Presbyterium unterstützt.