Die Evangelisch-Lutherische Kirche

 

gestern

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern versteht sich als Kirche, die in der apostolischen Tradition der Alten Kirche verwurzelt ist und sich zugleich der Wittenberger Reformation verpflichtet weiß. Der 31. Oktober 1517 ist ein wichtiges Datum für die lutherische Tradition. An diesem Tag veröffentlichte der Theologieprofessor und Augustiner-Eremit Martin Luther seine 95 Thesen zum Missbrauch des kirchlichen Ablasswesens. Diese Thesen stehen am Anfang der sich schnell ausbreitenden reformatorischen Bewegung in Deutschland. Als Bekenntnisgrundlage gilt heute vor allem die Confessio Augustana. Aber auch andere Texte haben in der lutherischen Tradition prägendes Gewicht erhalten. Durch die politischen Bedingungen der Klein- und Kleinststaaten zur Zeit der Reformation sind in Bayern heute einige Gegenden überwiegend evangelisch, während andere eher von der katholischen Kirche geprägt sind. Das liegt daran, dass die Gegenden Frankens, die mehrheitlich evangelisch sind, erst 1806 in das neu entstehende Königreich Bayern integriert wurden. Von diesem Zeitpunkt an konnten sich evangelische Christen auch in den katholischen Kernlanden Altbayerns niederlassen. Nach Ende des landesherrlichen Kirchenregiments gab sich die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern im Jahr 1920 eine eigene Kirchenverfassung, die mit umfassenden Veränderungen in den Jahren 1972 und 2000 bis heute gültig ist. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist Gliedkirche der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und zugleich der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die als Kirchengemeinschaft aus 22 lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen existiert.

 

heute

Zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern gehören heute ca. 2,6 Millionen evangelische Christen in 68 Dekanaten und über 1.500 Kirchengemeinden. Sie wird durch den Landesbischof, den Landeskirchenrat, den Landessynodalausschuss und die Synode geleitet. Die Synode tritt zweimal im Jahr zusammen und berät über legislative Aufgaben, während der sitzungsfreien Zeit vertritt der Landessynodalausschuss die Synode in ihren Geschäften.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen, in der Konferenz Europäischer Kirchen, in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Bayern. Auf lokaler Ebene sind die lutherischen Gemeinden in den Stadt- und Orts-AcKs vertreten. Mit der Römisch-katholischen Kirche hat der Lutherische Weltbund 1999 die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre vereinbart, der sich inzwischen auch die Methodisten angeschlossen haben.

 

kontakt

Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

Landeskirchenamt

Meiserstraße 11 - 13

80335 München

089-5595-0

Infos: www.bayern-evangelisch.de

 

Sakramente Die lutherische Kirche hat einen offenen Sakramentsbegriff. Taufe und Abendmahl gelten als Sakramente, die Beichte als Gnadenmittel, andere kirchliche Handlungen werden als Segenshandlung verstanden, z. B. Konfirmation, Trauung, Ordination und Krankensalbung.  
Taufe Die Kindertaufe ist die übliche und gebotene Form der Taufe, in neuerer Zeit gibt es auch öfters Erwachsenentaufen. Es werden alle Taufen anerkannt, die mit trinitarischer Taufformel und Wasser vollzogen werden.
Amt In den lutherischen Kirchen wird die Kirchenleitung sowohl durch Einzelpersonen im bischöflichen Amt als auch durch kollegiale bzw. synodale Gremien wahrgenommen. Die Gemeinden werden von Kirchenvorstand und Gemeinde-Pfarrer geleitet. Diakone, Prädikanten und Lektoren versehen einen öffentlichen liturgischen und predigenden Dienst in den Gemeinden. Pfarrer dürfen verheiratet sein, Bischöfe auch. Die Ordination wird Männern und Frauen erteilt. Nach evangelischem Verständnis gibt es nur ein Amt in der Kirche, das Amt der öffentlichen Wortverkündigung und der Sakramentsverwaltung. Andere Ämter und Dienste, auch das Bischofsamt, sind konkrete Ausformungen des einen ordinierten Amtes.
Feste Gregorianischer Kalender. Weihnachten am 25. Dezember.

Ostern beweglich, am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, Himmelfahrt und Pfingsten entsprechend.
Besondere Feiertage sind der Reformationstag, der am 31.10. begangen wird und der Buß- und Bettag am Ende des Kirchenjahres.
Struktur Synodal verfasste Kirche mit episkopalen Elementen. Unterschiedliche Leitungsstrukturen, die sich  gegenseitig  ergänzen und korrigieren.