Die Evangelisch-Reformierte Kirche

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Die Evangelisch-reformierte ist in Bayern und auch in den anderen Teilen Deutschlands eine eher kleine Kirche. Weltweit gesehen gehört die Reformierte Kirche aber zu den großen christlichen Konfessionen. Die Wurzeln der Reformierten Kirchen liegen geographisch in Mitteleuropa und zeitlich am Beginn des 16. Jahrhunderts. Die reformatorischen Impulse gehen  vor allem auf das Wirken von Ulrich Zwingli in Zürich und Johannes Calvin in Genf zurück. Zwingli lehrte: Nur göttlichen Gesetzen müsse der Mensch unbedingten Gehorsam leisten. Die göttlichen Gesetze aber findet Zwingli in der Bibel. Die Reformation Zwinglis verbreitete sich in den folgenden Jahren in weiteren Schweizer Städten, im süddeutschen Raum und im Elsass aus. In Genf wirkte später Johannes Calvin, der zwar eine etwas anders gefärbte Theologie vertrat als Zwingli, aber für die reformierte Gesamtkirche bis heute von besonderer Bedeutung bleibt.


heute

Heute sind die meisten reformierten Kirchen im Reformierten Weltbund zusammengeschlossen. Die reformierten Kirchen sind über alle Kontinente verbreitet, bilden jedoch nur in wenigen Ländern die Mehrheit, etwa in der Schweiz, in den Niederlanden und in Schottland. In Deutschland gibt es heute zwei reformierte Landeskirchen, die Evangelisch-Reformierte Kirche und die Lippische Landeskirche. Die Gemeinden der Evangelisch-reformierten Kirche sind vor allem auf dem Hunsrück, am Niederrhein, im Siegerland, in Bremen und in Berlin-Brandenburg beheimatet. In Bayern gibt es ebenfalls eine lange reformierte Tradition, die auf  mehrere Strömungen in der Reformationszeit zurückgeht. So gibt es reformierte Gemeinden in Erlangen, Nürnberg, München, Herbishofen, Schwabach, Marienheim und Bad Grönenbach. Insgesamt hat die Evangelisch-reformierte Kirche in Deutschland 142 Gemeinden mit etwa 185.000 Gemeindegliedern. Der Reformierte Weltbund zählt weltweit über 75 Millionen Mitglieder. In der Leitung der reformierten Gemeinden ist das synodal-presbyteriale Element von besonderer Wichtigkeit. Eine starke Betonung des Gemeindeprinzips hat auch auf die sich bildenden Freikirchen starken Einfluss genommen. So kann man durchaus davon sprechen, dass auch die reformierte Tradition Entscheidendes für die Bildung kongregationalistischer Kirchenstrukturen beigetragen hat.

Ein besonderes äußeres Charakteristikum der Evangelisch-reformierten Kirchen ist in vielen Fällen die besondere Schlichtheit der Kirchenräume. Kein Kreuz, kein Altar, keine Bilder. Das zeigt sich auch im Gottesdienst. Dort fällt die Vorrangstellung des Wortes auf. Die ist schon in der Geschichte begründet, denn schon der Gottesdienst in Zürich zur Zeit Zwinglis kannte keine Gesänge. Erst Calvin führte den Psalmengesang ein, der bis heute gepflegt wird. Das Abendmahl wird in der Regel nur einige Male im Jahr an hohen Festtagen gefeiert. Durch die Leuenberger Konkordie von 1973 wurde zwischen reformierten, lutherischen und unierten Kirchen in Europa Kirchengemeinschaft erklärt.

Die Evangelisch-reformierte Kirche ist über die EKD Gründungsmitglied der ACK Deutschland. Sie ist in der AcK Bayern als eigenständige Kirche vertreten, neben der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Auch gehören der Reformierte Weltbund und die einzelnen reformierten Kirchen weltweit dem Ökumenischen Rat der Kirchen an.


kontakt

Evangelisch-reformierte Kirche
Saarstraße 6
26789 Leer
0491/9198-0

Evangelisch-reformierte Gemeinde, München I

Reisingerstraße 11
80337 München

089/265342

www.reformiert-muenchen.de

 

 

Sakramente Es gibt zwei Sakramente, Taufe und Abendmahl.  
Taufe Die Kindertaufe ist die übliche Form der Taufe. Die Möglichkeit einer Kindersegnung als Aufschub der Spendung der Taufe ist aber möglich und wird vermehrt üblich. Eine Wiederholung der Taufe ist nicht möglich. Innerhalb der reformierten Tradition gab es immer wieder Diskussionen über die Praxis der Kindertaufe.
Amt Die reformierte Tradition kennt eine eigene Ämtertheologie. So sollen in jeder Gemeinde vier Ämter vertreten sein:  Pastoren, Doktoren (Lehrer), Älteste und Diakone gewährleisten eine nicht hierarchisch aufgebaute Zusammenarbeit von Theologen und Nichttheologen. Pastoren dürfen verheiratet sein. Die Ordination wird Männern und Frauen erteilt.  
Feste Gregorianischer Kalender. Weihnachten am 25. Dezember.

Ostern beweglich, am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, Himmelfahrt und Pfingsten entsprechend.
 
Struktur Synodal verfasste Kirche, die den Einzelgemeinden sehr viel Selbstständigkeit gewährt.