Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden

 

gestern

Die Geschichte der Mennoniten geht zurück auf die Täuferbewegung der Reformationszeit in der Schweiz. Die Täufer- und Schwärmerbewegungen waren sehr vielschichtig und wurden sowohl von der römischen, wie auch von den sich etablierenden protestantischen Kirchen verfolgt. Bibellesekreise um den Zürcher Reformator Huldreich Zwingli, spiritualisierende Gruppen und Einzelpersonen in Süddeutschland sowie antiklerikale sozialkritische Gruppen an vielen Orten im deutschsprachigen Raum bildeten die Grundlage für diese Bewegungen. Der Name Mennoniten leitet sich von einer wichtigen Figur der Täuferbewegung, von Menno Simons (1496 - 1561) ab. Dieser war ursprünglich katholischer Priester in Friesland, den heutigen Niederlanden. Im Jahr 1536 brach er mit seiner Kirche und schloss sich den Täufern an. Er wurde zu einer wichtigen Integrationsfigur der Täuferbewegung. Für diese Bewegungen war die unmittelbare Erkenntnis aus der Schrift sehr wichtig. Aufgrund ihres Schriftverständnisses lehnten die Täufer die Säuglingstaufe ab, verweigerten den Kriegsdienst und jede Form des Eides. Die Täufer mussten aus vielen Gegenden Deutschlands und der Schweiz fliehen. Dennoch verbreitete sich die Bewegung schnell von der Schweiz aus über Süddeutschland bis in die Niederlande. Auswanderungen nach Preußen und Russland sowie nach Nord- und Südamerika hatten zur Folge, dass die Mennoniten überlebten und überall auf der Welt bedeutende Siedlungen errichteten. Man nennt die Mennoniten oft die "älteste Freikirche". Sie selbst versteht sich als reformatorische Kirche. Mit den anderen Kirchen der Reformation teilen die Mennoniten die Betonung der zentralen  Stellung des biblischen Zeugnisses, die Rechtfertigung aus Gnade sowie das allgemeine Priestertum aller Glaubenden. Die theologische Akzentsetzung unterscheidet sich jedoch. Sie praktizieren die Taufe Erwachsener bzw. Jugendlicher nach persönlichem Glaubensbekenntnis und vorheriger Unterweisung. Die Taufe beinhaltet die verbindliche Zugehörigkeit zur Gemeinde als Teil der Nachfolge Christi. Sie betonen das Friedenszeugnis und die Gewaltlosigkeit. Den Gemeindegliedern ist die Verweigerung von Eid und Kriegsdienst empfohlen, wobei aber auf die Gewissensentscheidung der Einzelnen geachtet wird. Zusammen mit den &uot;Quäkern" und der "Kirche der Brüder" rechnet man die Mennoniten zu den Historischen Friedenskirchen. Schriftlich fixierte Bekenntnisschriften haben bei den Mennoniten nicht die Bedeutung wie in anderen konfessionellen Traditionen. Maßstab für ein Leben in der Nachfolge Christi ist allein die Heilige Schrift Alten und Neuen Testamentes, wie sie im Gespräch untereinander ausgelegt wird.

 

heute

Die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden ist ein bundesweiter Zusammenschluss eines Teils der mennonitischen Gemeinden in Deutschland. Sie verstehen sich als Teil der weltweiten täuferisch-mennonitischen Gemeinschaft, die heute ca. 1,1 Millionen Mitglieder, getaufte Erwachsene, zählt und von denen mehr als 50 Prozent in den Ländern der so genannten Dritten Welt leben. In Deutschland gibt es zurzeit 55 Gemeinden mit ca. 6.000 Gliedern, getaufte Erwachsene. Die meisten Gemeinden befinden sich in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Die Mennoniten sind kongregationalistisch verfasst. Dies bedeutet, dass jede Gemeinde weitgehend unabhängig ist und ihre Angelegenheiten selbstständig regelt.

Neben der Zugehörigkeit zur Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland sowie den regionalen und lokalen ACKs gehört die AMG noch zur Vereinigung Evangelischer Freikirchen  

(VEF) und zum Evangelischen Missionswerk. Die Vereinigung der Deutschen Mennonitengemeinden ist Gründungsmitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Die Mennoniten sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, in der AcK Bayern sowie den lokalen AcKs. 

 

kontakt

Vereinigung der Bayerischen

Mennonitengemeinden KdöR

Kaipershof 3 a

96047 Bamberg

Tel.: 0951- 54332

Internet: www.mennoniten.de

 

 

Sakramente Es gibt Taufe und Abendmahl, jedoch nicht als Sakramente im Sinne eines wirksamen Zeichens und der Lehre anderer Kirchen. Besonderes Kennzeichen ist die völlige Gewaltlosigkeit und konsequenter Pazifismus. Mennoniten sind eine der historischen Friedenskirchen.
Taufe Erwachsenen- bzw. Bekenntnistaufe Taufen aus anderen Kirchen werden nicht immer als gültig anerkannt, vor allem, wenn es sich um Säuglingstaufen handelt. Jedoch kann ein bereits getaufter Christ Mitglied in einer Mennonitengemeinde werden, ohne eine Taufhandlung erneut vollziehen lassen zu müssen.

Amt Es gibt Pastoren, Prediger. Die Pastoren können verheiratet sein. In den Dienst als Pastor oder Pastorin können Männer und Frauen berufen werden.  
Feste Gregorianischer Kalender. Weihnachten am 25. Dezember.

Ostern beweglich, am ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond, Himmelfahrt und Pfingsten entsprechend.
 
Struktur Kongregationalistische Verfassung der Kirche, das heißt, dass die Gemeinden selbstständig sind. Ein Pastor oder eine Pastorin leitet die Gemeinde und wird von einem Presbyterium unterstützt.